Wie laut
für Spotify?
07.11.2026 · Lesezeit ~6 Min. · von Pasquale
Spotify spielt Tracks in der Standardeinstellung mit -14 LUFS integriert ab. Ist dein Master lauter, dreht Spotify ihn leiser. Ist er leiser, hebt Spotify ihn an, soweit der Spitzenpegel Platz lässt. Spotify empfiehlt einen True Peak von höchstens -1 dBTP, bei Mastern lauter als -14 LUFS höchstens -2 dBTP. Dein Master darf lauter sein als -14 LUFS. Auf Spotify klingt er dann so laut wie alle anderen Tracks, durch starke Limitierung aber oft flacher. Miss deinen Master mit einem LUFS-Meter und vergleiche ihn bei gleicher Lautheit mit Referenzen.
Was LUFS messen
LUFS steht für Loudness Units relative to Full Scale. Die Einheit misst, wie laut ein Mensch ein Signal empfindet, nicht nur, wie hoch die Spitzen sind. Grundlage ist die Norm ITU-R BS.1770, die auch Rundfunk und Streaming nutzen. Eine LU entspricht einem Dezibel. Du begegnest drei Messarten:
- Integriert: die Lautheit über den ganzen Track. Diesen Wert nutzen die Streamingdienste.
- Kurzzeit: die Lautheit der letzten drei Sekunden. Gut, um Drop und Breakdown zu vergleichen.
- Momentan: die letzten 400 Millisekunden, praktisch eine schnelle Anzeige.
Warum -1 dBTP und nicht 0 dB
Ein normaler Pegelmesser zeigt die höchsten Samples. Zwischen zwei Samples kann die rekonstruierte Wellenform aber höher liegen, das heißt Inter-Sample-Peak. Ein True-Peak-Meter rechnet das Signal hoch und zeigt diese Spitzen. Wichtig wird das bei der Umwandlung in verlustbehaftete Formate wie AAC oder Ogg Vorbis, die alle Streamingdienste nutzen. Dabei entstehen neue Spitzen. Liegt dein Master schon bei 0 dB, verzerrt er nach dem Umwandeln. Deshalb lassen Mastering-Engineers einen Dezibel Abstand oder mehr.
So gleicht Spotify an
Premium-Nutzer*innen können zwischen drei Stufen wählen. Die Standardstufe gilt für alle anderen.
- Laut: -11 LUFS. Hier setzt Spotify einen Limiter ein, damit leise, dynamische Tracks beim Anheben nicht übersteuern.
- Normal: -14 LUFS, die Standardeinstellung.
- Leise: -19 LUFS.
Lautere Master spielt Spotify leiser ab und bearbeitet sie sonst nicht. Leisere hebt Spotify an und lässt dabei einen Dezibel Reserve für die Umwandlung. Für den Master empfiehlt Spotify -14 LUFS integriert und höchstens -1 dBTP. Ist dein Master lauter als -14 LUFS, sollte der True Peak unter -2 dBTP bleiben. Die Angaben stehen in der Hilfe von Spotify for Artists.
Selbst hören: Schalt in der Spotify-App unter Einstellungen die Lautstärkenormalisierung ein und spiel deinen Release neben einem Track, den du magst. So hörst du, wie dein Master bei gleicher Lautheit wirkt.
Apple Music, YouTube, SoundCloud
Apple Music gleicht mit Sound Check auf -16 LUFS an. YouTube dreht laute Uploads auf etwa -14 LUFS herunter, leise hebt es nicht an. SoundCloud gleicht nicht an, dort ist ein lauter Track auch lauter. Für DJs, die Mixe auf SoundCloud stellen, spielt die Lautheit deshalb eine größere Rolle als bei Spotify.
Den richtigen Wert für deinen Track finden
Den passenden Wert bestimmen Genre und Einsatzort. Club-Tracks in Techno und House mastern Producer meist lauter als -14 LUFS, weil DJs sie ohne Angleichung neben anderen Tracks spielen. Einen ruhigen Song drückst du mit zu viel Limiter platt. Drei Fragen helfen dir bei der Entscheidung:
- Wo läuft der Track hauptsächlich? Im Club ohne Angleichung zählt Lautheit. Auf Spotify mit Angleichung zählt, wie viel Dynamik und Druck übrig bleibt.
- Wie klingt er nach der Angleichung? Wenn dein Master bei gleicher Lautheit gegen die Referenz flach wirkt, war der Limiter zu streng.
- Hält der True Peak? Höchstens -1 dBTP, bei lauten Mastern -2 dBTP. Dann klingt der Track auch nach der Umwandlung sauber.
Womit du misst
Kostenlos und verbreitet ist der Youlean Loudness Meter, Logic Pro bringt einen eigenen Loudness Meter mit. Häng das Plugin als letztes auf den Master und spiel den Track einmal komplett durch, sonst stimmt der integrierte Wert nicht. Im BPM-Studio arbeitest du am Universal Audio Apollo Twin X mit Yamaha HS5 und HS8S-Subwoofer, eingemessen mit SoundID Reference. Wer das Mastering abgeben will, findet bei SGRO Services Stereo- und Stem-Master von Pasquale.
Kurz beantwortet
Muss ich auf -14 LUFS mastern? Nein. -14 LUFS ist der Wert, auf den Spotify in der Standardeinstellung angleicht. Dein Master darf lauter oder leiser sein. Wichtig ist, dass er bei gleicher Lautheit gegen Referenzen gut klingt und der True Peak passt.
Macht Spotify meinen lauten Master kaputt? Nein. Lautere Master spielt Spotify leiser ab und bearbeitet sie sonst nicht. Ein Limiter kommt nur in der Stufe Laut zum Einsatz, und zwar bei leisen Tracks, die angehoben werden.
Was ist der Unterschied zwischen dBFS und dBTP? dBFS zeigt den höchsten Sample-Wert. dBTP zeigt den True Peak, also auch Spitzen zwischen den Samples, die erst beim Abspielen oder Umwandeln entstehen. Für Streaming zählt der True Peak.
Wie laut sollte ein DJ-Mix für SoundCloud sein? SoundCloud gleicht nicht an. Orientier dich an anderen Mixen in deinem Genre und halte den True Peak unter -1 dBTP, damit der Mix nach dem Hochladen nicht verzerrt.
Direkt ausprobieren?
Master an eingemessenen Monitoren prüfen: Das Tonstudio im Lauter Speicher am Hafen Osnabrück buchst du ab 60 Euro pro Stunde.